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"Das Ijsselmeer" - Geschichte eines Segelreviers

Das Ijsselmeer, die ehemalige "Zuiderzee" – es ist sicherlich eines der besten Übungsreviere für das Seesegeln – aber leicht zu unterschätzen. Vor allem Nordsee-Segler, Mittelmeer- oder Ostsee-Skipper meinen, für diesen „Teich“ brauchten sie ihre Seemannschaft und Erfahrung nicht auszupacken. Schwerer Irrtum. Schon viele haben hier ihr Leben gelassen, weil sie in diesem „Teich“ nachlässig waren.

 „Das Ijsselmeer „  -  Geschichte eines Segelreviers  Früher, zu Zeiten der „Vereinigten Ostindischen Kompanie“ um 1700, lagen vor der Küste bei Texel, vor Oudeschild, die Schiffe mit Gewürzen und Stoffen und anderen Reichtümern aus Übersee, die die Niederlande zu ihrer „Goldenen“ Blütezeit mit berühmten Künstlern und Seefahrern brachten. Aus den Schiffen wurden die kostbaren Waren ausgeladen und mit kleineren Booten in die Häfen an der Zuiderzee und nach Amsterdam verschifft. Häfen wie Enkhuizen und Stavoren, Hindeloopen und Hoorn haben damals völlig andres, viel betriebsamer ausgesehen. Und sie waren Seehäfen, mit Tiden und unbeschreiblichem Elend nach Sturmfluten, in denen das Meer in die Enge Bucht hineindrückte und das Land überschwemmte, ja wegriss. Außerdem gab es Fischerhäfen wie Urk, damals noch eine Insel – und noch heute ein bekannter Fischerhafen mit einer Fangflotte, die mit dem berühmt-berüchtigten „UK“ auf den grünen Rümpfen manche Segler und die isländische Marine das Fürchten lehrte (als sie verbotener Weise dort oben im Norden fischten, die Marine sie aber nicht erreichen konnte, weil die Urker so starke Maschinen eingebaut hatten..). Aber das sind alte Geschichten.
Es lohnt sich aber allemal, sich mit der Historie der alten Häfen ein wenig zu beschäftigen – man bekommt sofort einen anderen Blick für die kleinen Städtchen, in denen man Dachrinnen sieht, die sich so auf Schulterhöhe einschmeicheln.

 „Das Ijsselmeer „  -  Geschichte eines Segelreviers  Nach der Eindeichung wurde in dem so entstandenen Binnenbereich Land gewonnen durch Polder. (Im Niederländischen ist Zee die offene See und Meer der Binnensee) und das Ijsselmeer entwickelte sich zu einem Segel-Zentrum. Doch das 50 Seemeilen in Nord-Süd-Richtung und 23 Seemeilen in Ost-West-Richtung große Binnen-Meer ist nicht einfach ein Binnensee: Hier baut sich bei Gewittern oder Tiefdruck-Sturm eine kurze Welle auf. Die kann Boote vor allem der Unerfahrenen daran hindern, bei der Wende durch den Wind zu gehen. Und bei den vielen Sanden, die es hier gibt, passiert leicht ein Auflaufen … Außerdem drückt der Wind das Wasser weg – wirklich: bei Westwind ist auf der Ostseite des Ijsselmeers ein leicht höherer Wasserstand. Dass das Wasser kalt ist und jemand schnell an Unterkühlung sterben kann, weil er von Unerfahrenen nicht rechtzeitig gerettet wurde, ist wohl auch klar.
Alles in allem: Ein Segelrevier mit wunderschönen kleinen Häfen, die schnell in einem Tagestörn erreichbar sind, ideal zum Üben und – einfach schön zum Segeln. Nicht zu unterschätzen: Für Familien mit Kindern ist es ideal, weil die Lütten abends wieder in einem neuen Hafen sind und Neues begucken können. Außerdem geht es schließlich bei den Schleusen raus zur Wattensee und zu den Inseln. Aber das ist eine andere Geschichte.
Zwei Bücher beschreiben unter anderem Meer und Häfen – aber der Blick in den „Water-Almanak“ ist unerlässlich, und die jährlich neu herausgegebenen Seekarten für das Revier sind ebenso ein Muss. Der Almanak 1 + 2 ist übrigens polizeilich vorgeschrieben.

     
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